Dipl.-Ing. Ivan Jagsich

Er stammte aus einer Osliper Bauern- und Weinhändlerfamilie. Er besuchte die Gymnasien in Raab und in Ödenburg. An der Montanistischen Hochschule in Schemnitz und an der Technischen Hochschule in Budapest wurde er nicht aufgenommen, vermutlich wegen seines demonstrativen Bekenntnisses zum Kroatentum. 

Jagsich studierte am Polytechnikum in Zürich Kartographie, Geodäsie und Topographie und erwarb das Ingenieurdiplom. Seine Militärzeit leistete er in Agram. Zurück in der Schweiz war er als Leiter bei kartographischen Aufnahmen am Mont Blanc und am Genfersee tätig. Ein Rheumaleiden zwang ihn, in eine wärmere Gegend zu übersiedeln. 

1912 bewarb er sich als Vermessungsingenieur in der Provinz Córdoba in Argentinien. Er war maßgebend an der Vergrößerung des San-Roque-Stausees beteiligt. 1918 wurde er als Professor für Geodäsie an die Universität Córdoba berufen. Er unterrichtete auch Kartographie, Astronomie und Meteorologie. Er verfasste ein meteorologisches Standardwerk für ganz Südamerika: „Meteorología física del tiempo“ und schrieb zahlreiche weitere Bücher und Aufsätze. Nach seinem Vorschlag wurde das „Instituto Cartográfico Ingeniero Jagsich“ gegründet – mit 17 Sektionen eine der wichtigsten geographischen Forschungseinrichtungen Argentiniens.

Daten

* 28.04.1886 in Oslip
† 02.04.1956 in Gualeguay (Argentinien)

Kartograph, Geodät und Meteorologe; Professor für Geodäsie an der Universität Córdoba (Argentinien)


Verwendete Literatur

  • Schlag, Gerald: Burgenland. Politik, Kultur und Wirtschaft in Biographien. Eisenstadt 1991.