Georg von Almásy
Sein Vater war Eduard Almásy, Mitbegründer der Ungarischen Geographengesellschaft, seine Mutter Ilona eine geborene Teschenberg-Kluger. Georg Almásy war mit Ilona Pittoni verheiratet. Von ihren drei Kindern wurde Ladislaus Almásy (1895–1951) besonders berühmt. Georg studierte in Graz Jura, promovierte zum Dr. iur., wandte sich aber immer mehr den Naturwissenschaften zu. Zusammen mit seinem Freund Stefan von Chernel widmete er sich zunächst der Ornithologie und sammelte viele Vogelbälge auf Burg Bernstein. Auch das Gebiet am Neusiedler See und den Waasen durchstreifte er auf zahlreichen Exkursionen. Almásys sprunghafter und unausgeglichener Charakter verwehrte ihm aber den Eintritt in die Königlich Ungarische Ornithologische Zentrale. 1891 fand der II. Internationale Ornithologen-Kongress in Budapest statt. Man beschloss, die Brutkolonien der Vögel Europas zu kartografieren. Damit wurde Almásy vom Ministerium beauftragt. 1897 brach er zu einer großen Forschungsreise in die Dobrudscha auf. 1900 folgte eine Forschungsreise in den Tienschan, gemeinsam mit dem Grazer Zoologie-Professor Dr. Stummer-Traunfels. Er verbrachte einen Winter bei den Kirgisen und lernte deren Sprache. 1901 erschien „Reise nach Westturkestan und den Zentralen Tienschan“. In: Mittheilungen der kaiserlich-königlichen geographischen Gesellschaft in Wien. Band 44, Nr. 9/10, 1901, S. 239–261. Eine weitere Reise führte ihn nach China. Zwei Bücher über die asiatischen Reisen fanden große Beachtung: 1901 „Meine Reise ins russische Turkestan“ und 1903 „Meine Reise zum Herzen Asiens“.
Nach dem Ersten Weltkrieg publizierte er ein kirgisisches Epos und betrieb kirgisische Sprachstudien. Er widmete sich der Maschinenkonstruktion. Seine umfangreiche Sammlung an Vogelbälgen übergab er dem Museum Mensch und Natur in München und zum Teil dem Ungarischen Naturwissenschaftlichen Museum. Im Alter studierte er nochmals an der Grazer Universität.

