Elemér Moór
Wie die Sprachforscher Samuel Pápay, Gideon Petz, Jenő Krammer, Julius von Farkas und Elmar von Schwartz trug auch Moór viel zur Erforschung Westungarns, etwa der Ortsnamen, bei. Seine Erkenntnisse waren freilich nicht immer wissenschaftlich unanfechtbar, seine kulturhistorischen Studien zur Geschichte der Ungarn oft polemisch und einseitig.
Elemér Moór war der Sohn des Lehrers Karl Moór in Limbach und verbrachte seine Jugend im nahegelegenen Eltendorf. Ab 1910 studierte er Ungarisch und Deutsch an der Budapester Universität, wo er 1914 promovierte. 1923 erhielt er ein Stipendium am Collegium Hungaricum in Berlin, ab 1925 war er Ungarisch-Dozent an der Berliner Universität. In Berlin begann er auch Studien der slawischen Sprachen. 1929 kehrte er nach Ungarn zurück und wurde bis 1944 Professor für Germanistik an der Pädagogischen Hochschule der Stadt Szeged.
Von seinen Werken sind neben einigen kulturgeschichtlichen Abhandlungen wie „Die Anfänge der höfischen Kultur in Ungarn“ (Ungarische Jahrbücher 1937) oder „Die Spielleute von Lockenhaus“ vor allem die Abhandlungen zu den Ortsnamen wichtig: 1929 „Zur Siedlungsgeschichte der deutsch-ungarischen Sprachgrenze“ (Ungarische Jahrbücher 1929) und besonders „Westungarn im Mittelalter im Spiegel der Ortsnamen“ (Acta Litterarum ac Scientiarum Regiae Universitatis Francisco-Josephinae – Sectio phil. 10, Szeged 1936).
