Andreas Beythe
Neben seinem Vater Stephan Beythe, Hofgeistlicher der Batthyány in Güssing und calvinistischer Superintendent, und dessen Sohn und Nachfolger Emmerich Beythe war auch Stephans zweiter Sohn Andreas von großer Bedeutung für das kulturelle Leben in Güssing. Er war von 1580 bis 1590 Leiter der evangelischen Schule und Präzeptor im Adelskonvikt. Schule und Konvikt waren berühmt und als Ausbildungsstätte des ungarischen, kroatischen und deutschen Adels in Westungarn beliebt. Auch der Sohn Balthasar Batthyánys wurde dort erzogen. Während seiner Tätigkeit als Erzieher und Prediger sammelte Andreas Beythe zahlreiche Bücher, von denen etwa 100 Bände nach seinem Tod bzw. nach der Konversion Adam Batthyánys zum Katholizismus in den Besitz der Güssinger Franziskaner übergingen. Dort sind sie bis heute erhalten.
Andreas Beythe war selbst schriftstellerisch tätig und verfasste einige bedeutende Werke, etwa den „Methodicus Tractatus de Materia Coenae Domini“, vor allem aber sein 1596 von Johannes Manlius gedrucktes „Kräuterbuch. Von den Namen, Eigenschaften und Nutzen der Kräuter und der Bäume, geschrieben und verfasst in ungarischer Sprache für Oberdoktoren und naturwissenschaftlich geschulte Ärzte aus den weisen Schriften des Dioskurides und Matthiolus durch Andreas Beythe“. Es verrät den Einfluss des Carolus Clusius, der damals in Güssing wirkte. Es ist eines der frühesten naturwissenschaftlichen Werke aus dem westungarisch-burgenländischen Raum.
