Dr. Alois Johann Ohrenberger

Sein Vater stammte aus Niederösterreich und war als k. u. k. Offizier in Arad stationiert. 1920 ging er mit seiner Familie nach Budapest und anschließend nach Eisenstadt. Alois Ohrenberger besuchte in Eisenstadt die Volksschule und maturierte 1939 im Realgymnasium. Er wurde zum Arbeitsdienst und zur Wehrmacht eingezogen. Als Artillerist kämpfte er an verschiedenen Fronten, zuletzt als Leutnant am Balkan. Das Kriegsende erlebte er verwundet in Oberösterreich. 

Er studierte Ur- und Frühgeschichte in Wien und promovierte 1949 mit dem Thema „Die Jungsteinzeit des Burgenlandes“. Danach trat er in den Dienst des Burgenländischen Landesmuseums. 1964 wurde er dessen Leiter. Er entwickelte ein neues Museumskonzept mit verschiedenen Außenstellen, etwa dem Seemuseum in Neusiedl, der Biologischen Station in Illmitz, dem Turmmuseum Breitenbrunn sowie Museen in Stegersbach, Pinkafeld und Lockenhaus. 1976 wurde das Landesmuseum in Eisenstadt unter seiner Leitung um- bzw. neu gebaut. Es folgten das Liszt-Museum in Raiding und die Landessternwarte in Eisenstadt. 1980 ging Ohrenberger in den Ruhestand. 

Als Archäologe führte Ohrenberger zahlreiche Grabungen durch. Besondere Bedeutung erlangten die Grabungen in Loretto-Leithaprodersdorf mit Gräberfeldern aus der Frühbronzezeit bis zur Latènekultur und zahlreiche Grabungen zur urgeschichtlichen Eisenerzeugung im mittleren Burgenland. Er veröffentlichte zahlreiche Fachpublikationen. 

Daten

* 16.05.1920 in Neuarad (Rumänien)
† 23.01.1994 in Eisenstadt

Archäologe, Direktor des Burgenländischen Landesmuseums


Verwendete Literatur

  • Schlag, Gerald: Burgenland. Geschichte, Kultur und Wirtschaft in Biographien. Eisenstadt 1991.