Karl Markon

Er besuchte die Volksschule in Graz, machte die Tischlerlehre und war anschließend Wanderhandwerksbursche in Österreich, Ungarn und Italien. Ab 1931 war er selbstständiger Tischlermeister in Wien. 1940 bis 1945 leistete er Kriegsdienst. Nach der Rückkehr aus der Gefangenschaft fand er seinen Betrieb von den Franzosen besetzt und entschloss sich 1946, in einer leeren Fabrik in Neudörfl neu anzufangen, mit der Produktion von Schiebetruhen für den Wiederaufbau in Wiener Neustadt und mit einer Bautischlerei. Ein Großauftrag für Schreibtische der Burgenländischen Landesregierung ermöglichte 1947 den Aufbau einer Büromöbelfabrik. 

1951 übernahm Markon den Betrieb als Alleininhaber und erweiterte ihn 1956 stark. 1956/57 wurde ein neues Werk gebaut, mit einer Landeshaftung für einen Kredit über vier Millionen Schilling. Es begann die Serienproduktion von Büromöbeln im großen Stil. Niederlassungen an mehreren Standorten in Österreich, Deutschland und in der Schweiz wurden gegründet. 1957 errichtete Markon eine eigene Lehrwerkstätte für Tischler, ab 1967 auch für Bürokaufleute. 1972/73 wurden eine neue Produktionshalle und ein neues Bürogebäude errichtet. 1990 hatte der Betrieb 370, 1995 413 Mitarbeiter. Eine schwere Krise ließ die Belegschaft auf 360 im Jahre 2000 schrumpfen. Die Restrukturierung gelang schließlich. 

Schon 1947 war Markon im Freien Wirtschaftsverband der SPÖ aktiv. Er wurde Obmann-Stellvertreter der Sektion Industrie in der Handelskammer, 1948 wählte ihn der Freie Wirtschaftsverband zum Landesobmann. 1951 bis 1957 war er kooptierter Vizepräsident der Wirtschaftskammer.

Daten

* 09.12.1905
† 11.06.2000

Industrieller, Neudörfler Büromöbel


Verwendete Literatur

  • Schlag, Gerald (Hrsg.): Burgenland. Geschichte, Kultur und Wirtschaft in Biographien. Eisenstadt 1991.