Dipl.-Ing. Adolf Vogl

Er war der Sohn eines Eisenstädter Tischlermeisters. 1913 maturierte er am Benediktinergymnasium in Ödenburg und studierte anschließend Hoch- und Tiefbau an der Technischen Hochschule in Budapest. Nach seinem Kriegsdienst 1914 bis 1918 schloss er das Studium 1920 ab. Er war einige Zeit Assistent an der Hochschule und arbeitete dann bei verschiedenen Baufirmen in Ungarn, Polen und Griechenland. 

1925 kehrte Vogl nach Eisenstadt zurück und legte 1926 die Baumeisterprüfung ab. 1929 machte er sich mit einer eigenen Baufirma selbstständig. Auch das Tischlerhandwerk erlernte er und machte die Meisterprüfung. Ab 1935 hatte er zusätzlich eine Berechtigung für einen Holz- und Brennstoffhandel. Er wurde in den Vorstand der Landesgenossenschaft der Baugewerbetreibenden gewählt. 1929 wurde er auf der Liste der Christlichsozialen Partei in Eisenstadt Gemeinderat, von 1937 bis 1938 war er Vizebürgermeister. 

1945 übernahm er für die ÖVP wieder das Amt des Vizebürgermeisters und wurde provisorischer Landesobmann des ÖVP-Wirtschaftsbundes, 1946 Obmann-Stellvertreter. 1945 entsandte ihn die ÖVP in den Landtag. 1949 schied er aus, da er sich voll seinen rasch wachsenden Unternehmungen widmen wollte. 

1945 übernahm Vogl den Vorsitz im „Provisorischen Kammerausschuss Burgenland“ und wurde zu dessen Präsidenten bestellt. In der konstituierenden Sitzung der Kammer am 05.12.1946 wurde er als Präsident bestätigt und 1950, in der ersten Kammerwahl, auch gewählt. Er war maßgebend am Aufbau der Kammerorganisation beteiligt. Unter seiner Präsidentschaft wurden 1948 bis 1951 das Kammeramtsgebäude (heute Bezirkshauptmannschaft) und 1950 bis 1953 das WIFI gebaut. 1955 legte Vogl das Präsidentenamt zugunsten von Johann Wagner zurück. 

Daten

* 28.08.1895 in Eisenstadt
† 24.03.1974 in Eisenstadt

Präsident der Wirtschaftskammer


Verwendete Literatur

  • Schlag, Gerald (Hrsg.): Burgenland. Geschichte, Kultur und Wirtschaft in Biographien. Eisenstadt 1991.