Alois Franz Mosler

Sein Vater war aus Schlesien nach Wien gezogen. Mosler wurde Bauarbeiter und trat der Gewerkschaft und der Sozialdemokratischen Partei bei. Nach vierjährigem Kriegsdienst wurde er 1919 Sekretär der Bauarbeitergewerkschaft in Wiener Neustadt und 1921 wurden ihm alle Bauarbeiter-Gewerkschaftsgruppen im niederösterreichischen Industrieviertel unterstellt. In diesen Funktionen hatte er zahlreiche Kontakte zu burgenländischen Bauarbeitern und Parteigenossen. Daher setzte ihn die Wiener Bundesparteispitze als Vertreter in die „Verwaltungsstelle für das Burgenland“ ein, wo er ab Februar 1922 das Referat Soziale Fürsorge übernahm. Er baute die „Sozialdemokratische Auskunftsstelle für das Burgenland“, eine Art Parteisekretariat in Wiener Neustadt, auf. Diese wurde für kurze Zeit nach Mattersburg verlegt, musste aber vor den Freischärlern weichen. Sie wurde nach Wien verlegt. Mosler konnte die Anfänge einer Parteiorganisation etablieren. 1921 löste er auf Betreiben Renners den Landesparteisekretär Johann Stockinger ab.

Mosler geriet schon bald in einen heftigen Konflikt mit Hans Suchard und Ludwig Leser. Mosler trat für die Auflösung des Burgenlandes und seine Aufteilung auf die Nachbarbundesländer ein. Das wurde zum Anlass genommen, um ihn 1922 aus dem Parteisekretariat zu drängen. Trotzdem konnte er für kurze Zeit, bis 1923, in den Landtag einziehen. 1923 trat er aus der Partei aus und zog nach Wien. In der Folgezeit richtete er heftige Angriffe gegen Leser und andere Parteifunktionäre. Vor allem seine 1926 veröffentlichte Schrift „Meine Anklage“ wirbelte viel Staub auf und trug ihm Prozesse gegen die Partei und mehrere Verurteilungen ein.

1927 wurde Mosler Redakteur der heimwehrfreundlichen Zeitung „Freiheit“, 1929 hauptberuflich Sekretär der „Unabhängigen Gewerkschaft“. 1949 wurde er Sekretär des VdU und etwas später Redakteur des FPÖ-Wochenblattes „Neue Front“.

Daten

* 03.06.1895 in Wien
† 16.08.1962 in Wien

Politiker (Sozialdemokratische Partei)


Verwendete Literatur

  • Burgenland. Geschichte, Kultur, Wirtschaft in Biographien. Hg. Gerald Schlag. Eisenstadt 1991