Wander Bertoni

Bertoni kam 1943 als Zwangsarbeiter nach Österreich. Er blieb nach Kriegsende und studierte 1946 bis 1952 an der Akademie der bildenden Künste bei Fritz Wotruba. Er bekam zahlreiche Aufträge zur Restaurierung kriegsbeschädigter Denkmäler, etwa an der Pestsäule am Wiener Graben, am Vermählungsbrunnen am Hohen Markt oder an der Feststiege im Inneren des Burgtheaters. Von 1965 bis 1994 leitete er eine Meisterklasse für Bildhauerei an der Universität für angewandte Kunst in Wien. Er gehörte zu den Gründungsmitgliedern des legendären Art-Clubs. Bertoni war mit der Schauspielerin Inge Konradi und ab 1992 mit der Augenärztin Waltraud Bertoni verheiratet. 

1965 kaufte Bertoni die Wassermühle der Familie Gritsch in Winden. Die große Scheune wurde zum Atelier, die Mühle wurde Schritt für Schritt restauriert. Bertoni kaufte die angrenzenden Grundstücke und machte das Anwesen zu einem Kunstgarten mit Freilichtmuseum. In Winden organisierte er zahlreiche Ausstellungen und Symposien. Im Burgenland schuf Bertoni 1991 anlässlich von 70 Jahre Burgenland die Säule vor dem Eisenstädter Landhaus. In Winden schuf er in der Pfarrkirche den neuen Altar. Die für die Weltausstellung 1964 in New York geschaffene Stahlskulptur „Sonnenanbeterin“ wurde ebenfalls in Winden, am Seeabhang des Kirchberges, aufgestellt und 2001 unter Denkmalschutz gestellt. 

2001 entstand in Winden ein Ausstellungspavillon (Architekt Johannes Spalt) und 2010 das Eiermuseum, das Bertonis Sammlung von etwa 4.000 Exponaten aus aller Welt enthält. 

Daten

* 11.10.1925 in Codisotto, Reggio Emilia
† 23.12.2019 in Wien

Bildhauer


Verwendete Literatur

  • Sotriffer, Kristian: Wander Bertoni. Das plastische Werk 1945–1980. Wien 1981.
  • Keil-Budischowsky, Verena: Wander Bertoni. In: Burgenländische Heimatblätter. Heft 3, 2010.