Jenö Takács
Jenö Takács war der Sohn von Gustav Adolf Takács, Beamter der Siegendorfer Zuckerfabrik, und der Gabriella, geb. Magyar. Die Familie lebte in Siegendorf. Ab 1914 wurde er an der Realschule in Ödenburg in Klavier unterrichtet. 1916 trat er erstmals öffentlich auf, seit 1917 komponierte er. Von 1921 bis 1926 studierte er an der Hochschule für Musik und darstellende Kunst in Wien und besuchte Vorlesungen an der Universität. In den 1920er Jahren unternahm er Konzertreisen in Ungarn, Deutschland und Jugoslawien. In Ödenburg gründete er gemeinsam mit Otto Siegl eine Aufführungsreihe moderner Musik. Prägend wurde seine Freundschaft mit Béla Bartók. In Kontakt stand er mit Alban Berg, Paul Hindemith, Zoltán Kodály, Ernst von Dohnányi und György Ligeti.
1927 heiratete er in Bremen Gertrude Christy, seine erste Gattin bis 1937. 1927 bis 1932 war er Professor am Musikkonservatorium in Kairo. Dort beschäftigte er sich auch intensiv mit ägyptischer und arabischer Musik. 1932 bis 1934 wirkte er als Professor für Klavier und Komposition an der Universität der Philippinen in Manila, wo er die Musik der indigenen Völker auf Luzon erforschte. Er unternahm Konzertreisen nach Japan, China und Hongkong. Anschließend kehrte er nach Kairo zurück. 1938 unternahm er eine Konzertreise in die USA. Nach seiner Rückkehr ließ er sich in Ödenburg nieder. Er unterrichtete Klavier in Steinamanger und leitete von 1942 bis 1948 die Musikschule und das Konservatorium in Fünfkirchen. 1943 heiratete er seine zweite Frau Eva Pasteiner. 1948 verließ er das kommunistisch gewordene Ungarn und ließ sich nach einigen Wanderjahren in Grundlsee in der Steiermark nieder. 1949 bis 1952 war er Gastprofessor an den Konservatorien in Genf und Lausanne. Dann begann seine Zeit in Amerika, am Konservatorium in Cincinnati bis 1970. 1957/58 war er Gastprofessor in Bozeman, Montana.
Nach seiner Pensionierung 1970 übersiedelte er nach Siegendorf in das Haus seiner Familie, wo er bis zu seinem Tod lebte. Er erhielt zahlreiche hohe Auszeichnungen. Sein Stil war zunächst spätromantisch und impressionistisch, dann wandte er sich Béla Bartók zu. Großen Einfluss übten ungarische, österreichische, kroatische und philippinische Volkslieder und Volksmusik aus. In seinem Spätwerk adaptierte er auch die Zwölftonmusik. Er komponierte Ballette, Vokal- und Instrumentalmusik, besonders Klavier- und Kammermusik.

