Johann Gottfried Walther
Walther stammte aus einer angesehenen Familie. Sein Vater war Ratsherr in Modern, seine Mutter Elisabetha kam aus der adeligen Familie Torkosch. Michael von Torkosch war Superintendent und Pfarrer in Modern. Johann Gottfried Walther besuchte die Schule in Modern, das dortige Gymnasium und dann das Gymnasium in Preßburg. Schon bald wechselte er aber an das Ödenburger Lyzeum, wo er acht Jahre lang philosophische und theologische Studien absolvierte. Dann studierte er drei Jahre lang in Jena.
Er fand Anstellung an der Lateinschule in Modern, deren Rektor er wurde. 1774 heiratete er die Witwe des Ratsherrn Matthias Karner aus Bösing. Diese war eine geborene Thiering, eine Ödenburgerin. Ein Sohn, Samuel, starb mit 18 Jahren.
Walther wurde von der neu gebildeten Toleranzgemeinde Oberschützen als Pfarrer berufen. Am 31.08.1783 hielt er in einer Scheune den ersten Gottesdienst. Der Kirchenbau ging in der sehr armen Gemeinde nur schleppend vor sich und konnte erst im Spätherbst 1785 abgeschlossen werden. Auch Schule und Pfarrhaus mussten erst gebaut werden. Die Pfarrgemeinde, die neun Dörfer umfasste, forderte den vollen Einsatz des Pfarrers. Er bemühte sich auch um die Bildung. Walther stellte fest, dass die meisten Bewohner lesen konnten und in den Familien auch Gebets- und Andachtsbücher vorhanden waren. Trotz mancher Widerstände gelang die Gründung der Schule. Noch 1783 wurde Johann Dobrodinsky als Lehrer angestellt, starb aber schon nach neun Monaten. Sein Nachfolger wurde Johann Gottlieb Handl aus Modern. Walther blieb über sechs Jahre in Oberschützen und in dieser Zeit gelang die Organisation der evangelischen Kirchengemeinde. Seine zerrüttete Gesundheit zwang ihn 1790, den etwas ruhigeren Posten in Harkau bei Ödenburg anzunehmen. Dort starb er 1796.
