Eva Popel Lobkowitz
Eva Popel Lobkowitz war eine überaus bemerkenswerte Frau in der Geschichte des westungarisch-burgenländischen Protestantismus. Sie entstammte einem österreichisch-böhmischen Adelsgeschlecht. Sie wurde im protestantisch-hussitischen Geist erzogen und brachte diesen mit ihrer Heirat mit Franz II. Batthyány in ihre neue westungarische Heimat.
1607 heiratete sie Franz II. Batthyány, einen eifrigen Förderer des Protestantismus, der Wissenschaften und Künste in Güssing, Schlaining, Rechnitz usw. Eva brachte die Herrschaft Neuhaus, die frühere Stiftsherrschaft St. Gotthard und die Herrschaft Rakican in die Ehe ein. Am Hof der Batthyány kam es zu Auseinandersetzungen zwischen Franz Batthyány, der sich dem Calvinismus anschloss, und seiner Frau, die entschiedene Lutheranerin war.
Unter Franz I. Batthyány und dessen Neffen Christoph II. sowie unter dessen zweiten Gattin Elisabeth Schwetkovich drang die reformatorische Lehre verstärkt in den Batthyány-Herrschaften ein. Balthasar III. und seine Gattin Dorothea Zrínyi förderten das Luthertum. Unter deren Sohn Franz II. begann die Trennung von Evangelischen (Lutheranern) und Reformierten. Unter Superintendent Stephan Beythe wurde die Einheit noch aufrecht erhalten. Eva Popel Lobkowitz hielt im Gegensatz zu ihrem Gemahl am Luthertum fest. Vereinzelt gab es Konflikte zwischen den beiden reformatorischen Richtungen. Nach dem Tod ihres Gatten bekam Eva Popel-Lobkowitz einen Teil der Herrschaften zugeteilt, unter anderem die Herrschaft Neuhaus am Klausenbach. Diese machte sie zum Zufluchtsort für viele lutherische Prediger, die sie entweder anstellte oder ihnen zumindest den Aufenthalt als Gäste in einem ihrer Schlösser ermöglichte. Dies war umso notwendiger, als ihr Sohn Adam I. Batthyány 1634 zum Katholizismus konvertierte. Um diesen Konfessionswechsel gab es heftige Konflikte zwischen Mutter und Sohn.
Bis zu ihrem Tod im Jahre 1640 hielt Eva Popel-Lobkowitz ihre schützende Hand über die Evangelischen vor allem in ihren Herrschaften, vereinzelt auch im Herrschaftsbereich Adam Batthyánys. Dass die Evangelischen im südlichen Burgenland überleben konnten, ist zumindest teilweise auch ihr zu verdanken.
