Die Rebkerne von Zagersdorf
In Zagersdorf wurden in einem Grab aus der Hallstattzeit Weintraubenkerne gefunden, die mit Sicherheit von kultivierten Weinstöcken stammen. Es ist damit bewiesen, dass seit 700 v. Chr. in unserem Gebiet Wein kultiviert wird. Noch etwas ältere Kerne (rund 9. Jh. v. Chr.) wurden unweit davon auf dem Gebiet von Ödenburg-Krautacker gefunden. Jedenfalls ist der Weinbau nicht erst von den Römern in unser Gebiet gebracht worden.
Unter den zahlreichen Hügelgräbern aus der Hallstattzeit auf burgenländischem Gebiet kommt den Zagersdorfer Gräbern wegen dieses Fundes eine besondere Bedeutung zu. Der „Hügel 1“ von Zagersdorf hat einen Durchmesser von etwa 16 m, die heutige Höhe beträgt nur etwa 1 m. Der Hügel enthält eine quadratische Holzkammer von 3 x 3 m mit der Urnenbestattung einer Frau. Im Hügel wurden mehrere Nachbestattungen vorgenommen. Das Hauptgrab enthielt 52 Tongefäße, darunter Situlen mit Deckel, Zwillings- und Drillingsgefäße sowie eine Harfenfibel, ein Gürtelblech, Spiralröllchen aus Bronze, Spinnwirtel und ein Eisenmesser.

