Paul Nádasdy
Paul Nádasdy
Beim Tod seines Vaters war Paul erst sieben Jahre alt und stand unter der Aufsicht seiner Mutter, die sich jedoch als gute Verwalterin der Nádasdy-Güter erwies. Paul konnte den Einfluss der Nádasdy trotz einiger Würden nicht mehr im vollen Umfang bewahren. Andere aufstrebende Familien wie die Thurzó, Esterházy, Erdődy, Bánffy und Batthyány traten in den Vordergrund. Er verlor das Amt des Obergespans von Ödenburg an Franz II. Batthyány und schließlich an Nikolaus Esterházy. Zwar war er Kreisgeneral bis zu seinem Tod 1633, danach übernahmen die Batthyány auch diese Position. Eine Schwester Pauls, Anna, heiratete Nikolaus VI. Zrínyi, den Vater des Dichters und Feldherrn Nikolaus VII., eine andere Schwester, Katharina, war mit dem Oberstlandesrichter Georg Homonnai Drugeth verheiratet. Paul heiratete in erster Ehe Barbara Cziráky, in zweiter Ehe Judit Révay.
Paul Nádasdy schloss sich 1619 dem Aufstand Bethlens an und nahm auch an den Kämpfen teil. Seine Burgen in Deutschkreutz und Tschapring wurden zerstört. Nach dem Scheitern der großen ständischen Erhebung in der Schlacht am Weißen Berg wechselte Paul Nádasdy die Seite und schloss sich den Habsburgern an. In der Folgezeit blieb er loyal und wurde in den Grafenstand erhoben. Er wurde Kreisgeneral Transdanubiens und Königlich Ungarischer Rat. Nach dem Tod von Nikolaus VI. Zrínyi leitete er ab 1627 die Grenzfestungen gegenüber Kanizsa. Anders als seine Zeitgenossen Nikolaus Esterházy und Adam Batthyány blieb Paul Nádasdy evangelisch. Er widmete sich stark der Religion und der Literatur. An der Stelle der Deutschkreutzer Burg ließ er das heute noch bestehende Renaissance-Schloss errichten.
