Adam Batthyány II.

Adam Batthyány Adam I.

Sein Vater hatte Thököly gehuldigt, wurde aber vom Kaiser pardoniert. Das hatte er vor allem seinem Sohn Adam II. zu verdanken, der zwar an der Entsatzschlacht bei Wien nicht teilgenommen hatte, aber unmittelbar danach an der Verfolgung der Türken von Körmend bis Kanizsa eifrig teilnahm. Er sorgte auch dafür, dass sein Engagement in Wien bekannt wurde. Er nahm an beiden Belagerungen von Ofen teil und machte bald eine bemerkenswerte Karriere. 1686 konnte er mit seinen Husaren bei Wudersch (Budaörs) die Vorposten des osmanischen Ersatzheeres schlagen. Er konnte die türkische Besatzung von Stuhlweißenburg zur Aufgabe zwingen. Es folgte die Belagerung und schließlich die Einnahme von Kanizsa. Während der Belagerungen arbeitete Adam II. an einem Buch „Mars politicus“ über militärische und politische Fragen. Ungewiss ist, ob Batthyány am sogenannten „Planum“ (Plan) beteiligt war. Es ist dies eine nicht signierte patriotische Streitschrift gegen das kaiserliche „Einrichtungswerk“ für die eroberten Gebiete. Es könnte sein, dass sie als Gemeinschaftswerk Batthyánys und Franz Rákóczis, der sich einige Zeit in Rechnitz aufhielt, entstand.  

Adam II. Batthyány besuchte das Jesuitengymnasium in Ödenburg und studierte bis 1683 an der Universität Graz. Er brach das Studium 1683 ab, um als 21-Jähriger an der Spitze der Batthyány-Haustruppen am Türkenkrieg teilzunehmen. Er war Oberkapitän der Truppen gegenüber Kanizsa, 1687 Oberster Mundschenk, 1693 Obergespan von Eisenburg, Banus von Kroatien, 1694 Geheimer Rat und Landesrichter. Er konnte die Position der Batthyány verbessern, vor allem durch die Ehe mit Eleonore Gräfin Strattmann, die große Besitzungen in die Ehe brachte. In dieser Linie wurde das Majorat mit Primogenitur eingeführt, eine weitere Teilung dadurch verhindert.   Adam II. Batthyány war ein besserer Verwalter als sein Vater. Er war Oberkapitän der Truppen gegenüber Kanizsa, Hauptkapitän von Transdanubien, 1687 Oberster Mundschenk, 1693 Obergespan von Eisenburg, 1693 bis 1703 Banus von Kroatien, 1694 Geheimer Rat und Landesrichter. Zum Besitz seines Vaters erwarb er Ludbreg, Boly, Moszgó, Somodor und ein Palais in Wien in der Renngasse. Mit der Zurückdrängung der Türken kamen einige Gebiete wieder unter die Herrschaft der Batthyány.   Seine Gattin Eleonore Strattmann überlebte ihn um 38 Jahre. Sie lebte in Wien, im neuen Palais Batthyány in der Herrengasse. 1740 verkaufte sie das Haus in der Renngasse. Sie erwarb weitere Herrschaften, verkaufte aber den Anteil der fürstlichen Linie in Neuhaus am Klausenbach an Sigmund I. Batthyány. Nach dem Tod Adams II. übernahm sie die Vormundschaft über die beiden Söhne Ludwig Ernst und Karl. Diese kamen später auch in den Besitz des Strattmann-Fideikommisses in Oberösterreich. 1755 erhielten die Batthyány das Recht, den Doppelnamen Batthyány-Strattmann zu führen.   Adam II. Batthyány starb 1703, in dem Jahr, in dem Franz Rákóczi seinen Aufstand begann. Er ließ für die Nachkommen Batthyánys Schutzbriefe ausstellen.

Daten

* 1662
† 1703

Adam II. Batthyany war der Sohn Christophs II. Batthyany


Verwendete Literatur

  • Schober, Franz Josef, Zur Genealogie und zu den Besitzverhältnissen der Familie Batthyány vom 17. bis zum 20. Jahrhundert. In: Die Familie Batthyány, Band 1. Wissenschaftliche Arbeiten aus dem Burgenland, Bd. 139. Eisenstadt 2015.