Adam Batthyány

Adam Batthyány Adam I.

Batthyány gilt den einen als der bedeutendste unter den Batthyány, den anderen wegen seiner Konversion zum Katholizismus als Verräter am Glauben und als Protestantenfeind. Adam wurde von seiner Mutter evangelisch erzogen. Diese war lutherisch, der Vater calvinistisch und es kam am Batthyányhof gelegentlich auch zu Streitigkeiten zwischen diesen beiden Lagern. Adam Batthyány kam jedoch in Wien unter den Einfluss der dominierenden katholisch-gegenreformatorischen Kräfte. Unter anderem war seine spätere Gemahlin, die Freiin Aurora Katharina Formentini, dabei von besonderer Bedeutung. Auch Kardinal Peter Pázmány übte entsprechenden Einfluss auf den jungen Batthyány aus. So trat er schließlich 1630 im Alter von 20 Jahren zum Katholizismus über. Die Belohnung folgte sofort: Er wurde in den erblichen Reichsgrafenstand erhoben. Er war kaiserlicher Kämmerer und Rat, Oberst des transdanubischen Kreises und der Grenze gegenüber Kanizsa. 1645 wurde er Mitglied des niederösterreichischen Herrenstandes. Er ließ das Augustiner-Eremitenkloster in Güssing wieder errichten und übergab 1648 Kloster und Kirche den Franziskanern. Schon 1632 berief er die Jesuiten in seine Herrschaften. Die „Bekehrung“ ging aber nur langsam voran, viele Bauern beharrten zäh bei ihrem evangelischen Glauben. Vereinzelt gab es auch noch evangelische Pfarrer, etwa in Zahling, Königsdorf, Heiligenkreuz, Deutsch Kaltenbrunn und anderen. In manchen Orten überlebte der evangelische Glaube bis zum Toleranzpatent. In den Schlössern Rechnitz und Körmend ließ Adam Batthyány Theater einrichten, an denen italienische Schauspieler wirkten. Es begann die kulturelle Ausrichtung der Batthyány nach Italien. Adam Batthyány lebte vor allem in Güssing, zeitweise auch in Rechnitz, Schlaining, Pinkafeld und Körmend.  

Eine weitere Ausdehnung des Batthyány-Besitzes erfolgte noch unter Adam I. Er erwarb die Herrschaft Bernstein von den Königsbergern, die schwer verschuldet waren. Dieser Kauf wurde von Wien unterstützt, da man nun auch die Herrschaft Bernstein in den Händen eines verlässlich katholischen Hauses sah. Auch in Ungarn wurde die „Rückkehr“ der Herrschaft Bernstein, die nationalmagyarische Kräfte schon lange verlangten, begrüßt. Auch die zum Teil evangelischen Kleinadelsfamilien wurden nunmehr aus dem Herrschaftsbereich der Batthyány verdrängt.  

Als Truppenführer und Feldherr war Adam Batthyány in zahlreiche Kleinkriege und Kämpfe gegen die Türken verwickelt.  

Unter Adam Batthyány begannen die verhängnisvollen Teilungen des Batthyány-Besitzes. Er entschädigte seine beiden Schwestern mit Teilen der Herrschaft Neuhaus. Noch folgenschwerer war die Bestimmung, dass seine beiden Söhne Christoph und Paul den Batthyány-Besitz zu gleichen Teilen erben sollten. 1662 kam es zur Spaltung in zwei Linien. Graf Christoph Batthyány (1637–1674) begründete die später fürstliche Linie, Graf Paul Batthyány (1639–1674) die gräfliche Linie.

Daten

* 1610
† 1659
Sohn von Franz II. Batthyány und Eva von Poppel-Lobkowitz

 


Verwendete Literatur